Mittwoch, 5. Oktober 2011

Dinner in the Dark

Am Sonntag sind mein Mann und ich zum "Dinner in the Dark" in München gegangen. Ich hab ihm das letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt und bevor der nächste Geburtstag ansteht wars dann doch höchste Zeit, den Gutschein endlich einzulösen.

Ich hab schon viele begeisterte Stimmen darüber gehört und war daher gespannt. Vor allem, weil ich eigentlich ziemliche Panik in dunklen Räumen bekomme, die ich nicht kenne. Wir wurden vor dem Speiseraum in Empfang genommen und wurden nach einer kurzen Einweisung und Erläuterungen in 8er Gruppen Polonese-Mäßig durch 3 Vorhänge in den dunklen Speisesaal geführt. Der Kellner hatte ein Nachtsichtgerät auf und hat uns - einer nach dem anderen - an den Platz geführt. Wie ich bereits im Vorfeld befürchtet habe, hat sich meine Panik im Dunkeln ziemlich schnell breit gemacht und ich habe dauernd versucht, doch irgendwie etwas zu sehen.

Als die Vorspeise kam, ging es dann etwas, da war ich damit beschäftigt, mein Essen auf dem Teller zu finden und hatte keine Zeit, mich mit meiner Angst zu beschäftigen ;)
Wo wir auch gleich beim nächsten Punkt sind, essen wenn man nichts sieht. Für mich ziemlich schwierig, weil ich entweder nichts auf der Gabel hatte oder gleich so viel, dass ich das Essen nicht mehr genießen konnte, leider. Am Einfachsten gings bei der Suppe, die wir als Zwischengang serviert bekommen haben, die wurde in einem Sektglas und mit Strohhalm serviert :)

Das Menü beinhaltete:
Spinat-Quiche mit rotem Mangoldsalat und Brotkräcker
kalte Bloody Mary mit warmen Sellerieschaum
Kalbsmedaillons mit Kartoffelpuffer
Schokoladenmousse mit Knister, Sahne-Eis mit Walnüssen und einem Apfel-Tonka-Bohnen-Stücken

Es war sehr lecker, aber ich glaube wenn ich es sehend nochmal essen könnte, würde es mir noch besser schmecken, weil ich es einfach mehr genießen kann. Von den Kartoffelpuffern und dem Eis hatte ich geschmacklich nicht wirklich viel, weil ich so große Portionen erwischt habe, dass ich beim Eis froh war als es aus meinem Mund draußen war. 

Mein Resümée des Abends: Ich bewundere jeden, der Blind ist und sein Leben so bewältigt. Ich habe für mich gelernt, dass es so ziemlich das Schlimmste für mich wäre, wenn ich auf einmal nichts mehr sehen könnte. All die schönen Dinge im Leben, die man eigentlich nicht wirklich schätzt, weil man sie ja jeden Tag sieht. Werden die Blätter der Bäume eigentlich schon bunt? Gibt es noch Blumen auf den Wiesen? Es ist alles so selbstverständlich, dass ich es gerade gar nicht wirklich weiß. Ich glaube da muss ich heute Abend, wenn wir zu Hause sind mal etwas genauer aufpassen. 

Kommentare:

  1. Ich war schon beim Dialog im Dunkeln...vielleicht hätte dir das mehr Spaß gemacht! Dabei wirst du im dunkeln durch mehrere Zimmer geführt....einen Park, ein Haus etc.! Das war wirklich klasse....Essen hätte ich glaube ich auch nicht gewollt! :)

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  2. Was haben sie Euch als Serviette gegeben? Laken? ich würde danach vermutlich aussehen wie ein Schwein....*lol* Für mich wäre blind sein auch schlimmer als nichts hören.

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  3. Klingt super! Würde ich auch gerne mal machen...
    LG, Anja

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